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Orgelkonzert

20 Jahre Link-Orgel in Wiesenbach

Am 29.04.1984 wurde die neue Orgel in der evangelischen Kirche in Wiesenbach eingeweiht. Aus diesem Anlass fand am 25.04.2004 ein Orgelkonzert statt.
Johannes Michel, Landeskantor Mannheim, spielte eindrucksvoll auf der Orgel einige Stücke von Johann Gottfried Walter, Johann Sebastian Bach und Jahannes Matthias Michel.
Ganz besonders beeindruckend wurde die “Suite jazzique” (2003), von dem Ausführenden selbst komponiert, dargeboten. Das Publikum war begeistert und klatschte zum Schluss lange Beifall.
Wir möchten uns auch auf diesem Wege bei Herrn Michel für den gelungenen Vortrag bedanken.

Zwischen den Orgelvorträgen sang der evangelische Gesamtchor einige Stücke u. a. von Bernhard Klein , Johann Sebastian Bach und Jahannes Matthias Michel.
Vielen Dank an Herrn und Frau Bretzer für die Organisation und Leitung dieses schönen Konzertes.

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Niederländisch Liedgen
“ Windecken daer het Bosch af drilt”
     Variationen für Orgel

Anonymus I +II nach 1620

Der Herr ist unsre Zuversicht und Stärke”
     für gemischten Chor

Bernhard Klein

“Jesu, meine Freude” (Orgelbüchlein) BWV 610
     Choralbearbeitung für Orgel

Johann Sebastian Bach

“Jesu, meine Freude” (Fragment) BWV 753
     Choralbearbeitung für Orgel

Jahann Sebastian Bach

Fantasia sopra “Jesu, meine Freude” BWV 713
     Choralbearbeitung für Orgel

Johann Sebastian Bach

 

Gesamtprogramm

Anonymus I + II                            Niederländisch Liedgen
         nach 1620
                      „Windecken daer het bosch af drilt“ 
                                                                 Variationen für Orgel

Wolfram Menschick                    „Zeige mir, Herr, deine Wege“
         *1937                                             für gemischten Chor

Johann Gottfried Walther           Partita über „Jesu, meine Freude“
         1684 – 1748                                   Choral und 10 Variationen

Bernhard Klein                             „Der Herr ist unsre Zuversicht und Stärke“
         1793 – 1832                                   für gemischten Chor

Johann Sebastian Bach                Drei Choralbearbeitung     
         1685 – 1750                         „Jesu, meine Freude“ (Orgelbüchlein) BWV 61
                                                       „Jesu, meine Freude“ (Fragment) BWV 753
                                                       Fantasia sopra „Jesu, meine Freude“ BWV 713

Johann Sebastian Bach                „Nun lasst uns Gott dem Herren“
         1685 – 1750                                   Choralsatz für gemischten Chor      

Johann Sebastian Bach                Toccata und Fuge d-Moll
         1685 – 1750                                   BWV 565

Johannes Matthias Michel         „Singt dem Herrn mit allen Stimmen“
         *1962                                             Chorsatz für gemischte Stimmen

Johannes Matthias Michel         Suite jazzique (2003)*1962
                                                                 1. Grand Choeur
                                                                 2. Prière
                                                                 3. Menuett jazzique
                                                                 4. Cantilène nuptial
                                                                 5. Toccata jazzica

 

Ausführende:
Johannes Michel, Landeskantor Mannheim, Orgel
Evangelischer Kirchenchor Wiesenbach, Leitung: Gabi Bretzer           
Link-Orgel 1984

 

                    

1984 erhielt die evangelische Kirche Wiesenbach in ihr aus dem Jahre 1806 stammendes, historisches Orgelgehäuse ein neues Werk von der Firma Link/Giengen eingebaut. Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach der Einweihung später findet dieses Konzert statt, in dessen Mittelpunkt die Wiesenbacher Orgel steht. Die Disposition mit 17 Registern – darunter zwei Zungenstimmen – ermöglicht die Aufführung von Werken der Barockzeit, aber auch manchen modernen Werken. Chorwerke ergänzen und bereichern das Konzertprogramm.

Kompositionen von Johann Sebastian Bach, dem berühmteste Orgelkomponist aller Zeiten, bilden den Schwerpunkt des Programms. Von 1708 bis 1717 war Bach Hoforganist am Hof zu Weimar, zur gleichen Zeit war sein Freund und Vetter Johann Gottfried Walther Stadtorganist in Weimar. Walther schrieb zahlreiche Choralvorspiele, von denen die Variationen über „Jesu meine Freude“ sich durch kompositorisch und spieltechnisch anspruchsvolle Gestaltung auszeichnen.

Das Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach enthält eine Sammlung von Orgelchorälen, „worinnen einem anfahrenen Organisten Anleitung gegeben wird“, wie es im Vorwort heißt. Die Choräle sind trotz aller Kürze meisterhaft komponiert, um „dem Höchsten Gott allein zu Ehren“ zu dienen. Beim Choral „Jesu meine Freude“ liegt die Melodie (Cantus Firmus) im Sopran und ist daher gut zu hören. Das Fragment BWV 753 wurde vor einigen Jahren von Wolfgang Stockmeier in Bach’s Stil ergänzt und wird in Wiesenbach wohl erstmalig zu hören sein.

In der Fantasia „Jesu meine Freude“ wechselt der Cantus Firmus in alle drei Stimmen, die freien Stimmen sind aus einem Thema gebildet. Ein homophoner Satz beschließt diese Komposition.

Toccata und Fuge d-moll stellt das wohl bekannteste Orgelstück dar. „Die Toccata“ entstand in Bach’s Jugendzeit und ist ein Produkt eines Organisten, der mit den Möglichkeiten seines Instrumentes so innig vertraut war, dass er stärkste Wirkungen erzielen konnte. Die Toccata ist ein Feuerwerk der Kontraste aus einstimmigen Linien, Klangverdichtungen sowie eine Fantasie mit brilliant frei improvisierten und metrisch gebundenen Linien. Mit „Sturm und Drang“ erzielt Bach so mächtige Wirkungen, die den Weg in jedermanns Ohr gefunden haben. Die anschließende Fuge beginnt mit dem Thema in schneller Sechzehntel-Bewegung wie beim leidenschaftlichen Violine-Spiel auf zwei Saiten. Die Fuge mündet in einen mit „molto adagio“ überschriebenen Schlussteil, der stilistisch an die Toccata anknüpft und mit mehrfachem Tempo- und Bewegungswechsel meisterhaft alle Möglichkeiten der Barockorgel wirkungsvoll aufzeigt.

In Michels „Swing&Jazz-Orgelbüchlein stellen Spielfreude und gelegentliches Augenzwinkern Grundlinien dar. Die Orgel will ja schließlich die „Frohe Botschaft“ verkünden und der Hüter der ernsten Musica Sacra wird gebeten, alle Nächstenliebe aufzubieten, diesen Abfall vom „rechten Weg“ zu verzeihen. Die „Suite jazzique“ aus Michels Orgelbüchlein orientiert sich am französischen Orgelstil, bei dem oft Zungenstimmen zum Einsatz kommen, von denen die Wiesenbacher Orgel zwei Register zu bieten hat.

Johannes Matthias Michel wuchs am Bodensee auf, erste musikalische Erfahrungen sammelte er u. a. bei seinem Vater, dem Komponisten und Kirchenmusiker Josef Michel. Nach dem Abitur folgte ein Klavierstudium in Basel und das Studium der Kirchenmusik in Heidelberg und Frankfurt mit dem Abschluss der A-Prüfung 1988 (u. a. bei Wolfgang Dallmann, Horst Hempel, Heinz Werner Zimmermann und Violetta Dinescu). Bis 1992 Studium in der Solistenklasse Orgel an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Dr. Ludger Lohmann mit dem Abschluss eines Solistenexamens. Von 1988 bis 1998 war Michel Bezirkskantor in Eberbach am Neckar, seit Januar 1999 ist er Kirchenmusikdirektor an der Christuskirche Mannheim, Bezirkskantor für Mannheim und Landeskantor Nordbaden. Johannes Michel ist Vorsitzender der Karg-Elert-Gesellschaft und Komponist zahlreicher kirchenmusikalischer Werke ("Kreuzigung", "Nach uns die Sintflut", "Swing- und Jazz-Orgelbüchlein", "Swing- und Jazz-Chorbuch", "Musical-Messe" u. a.). Er unterrichtet an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg sowie der staatlichen Hochschule für Musik in Mannheim künstlerisches Orgelspiel. Neben einer umfangreichen Konzerttätigkeit sind zahlreiche Mitschnitte bei Rundfunk- und Fernsehanstalten und über 12 CD-Einspielungen entstanden.                                                                                                                                           KB290304

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